Busfahren

Bis jetzt habe ich dem Busfahren noch keinen Blogeintrag gegönnt, es jedoch wohl einige male erwähnt. Dass die Busse bis über den letzten theoretisch möglichen Platz gefüllt werden wisst ihr ja bereits. Nehmen wir zum Beispiel den Minibus von heute morgen: Ein handelsüblicher Toyota Hyace mittlerer Grösse, ausgestattet mit einem Fahrersitz, zwei Beifahrersitzen, drei Bankreihen für je drei Personen, eine Rückbank für deren vier, eine Seitenbank für ebenfalls vier Personen und eine Bank hinter den Führersitzen, also vis-à-vis der ersten Bankreihe auf dem locker vier bis fünf Personen passen. Nimmt man die drei bis vier Stehplätze hinzu hat es also in einem solchen Minibus, der in der Schweiz wohl für nicht mehr als 9 Leute zugelassen wäre, «bequem» für 25 Leute Platz. Darin eingerechnet sind der Fahrer und sein «Kollege», der für das lautstarke Anwerben von Kundschaft (ein- und ausgeladen wird an jeder Strassenecke), das Einkassieren des Fahrgeldes (meistens etwa 14 Rupien, also ca. 20 Rappen) und für das «Platzieren» der Fahrgäste zuständig ist. Zudem hilft er dem Fahrer mit Klopf- und Pfeifzeichen, wenn die Strasse zu eng wird oder sonst ein Obstakel im Wege ist (z.B. dumm parkierte Töffs, oder eine Ladung Steine). Die Klopfzeichen habe ich mittlerweile entziffert, einmal Klopfen heisst stoppen, zweimal klopfen heisst fahren. Die Pfeifzeichen, die mich etwas ans Einweisen der Schiffsjungen in Bangkok erinnern, konnte ich noch nicht entziffern. Vielleicht sind es einfach codierte Abstandsmasse – oder auch Synonyme zu den Klopfzeichen. Was natürlich auch oft zur Busfahrt gehört, ist die stete Verwendung der Hupe (durchgängig jede zweite Sekunde) oder das auf Discolautstärke gestellte Radio mit nepalischer oder europäischer Tanzmusik. Manchmal darf man auch beides gleichzeitig geniessen.

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