Prüfungsstress im Kinderheim

Nachdem die älteren Kinder bereits letzte Woche ihre Prüfungssession beendet haben und zum Teil bereits zu ihren Familien in die abgelegenen Regionen Nepals gereist sind, dürfen nun die kleineren Kinder auch jeden Tag eine Prüfung schreiben. Das heisst für sie, dass sie statt zu spielen lernen müssen und für uns, dass wir noch weniger zu tun haben. Manchmal dürfen wir sie abfragen oder ihnen etwas Mathe erklären, doch da sie oft abgeschottet sind, ist es recht schwierig an die Kids ranzukommen. Die Schulbücher sind in vielen Fächern wie Sachunterricht, Mathematik und Wissenschaft in Englisch, was uns das Abfragen im Prinzip vereinfachen würde. Die Schule scheint aber recht auf Auswendiglernen zu setzen, und da ist für uns manchmal nicht so ganz ersichtlich, was genau die auswendigzulernende Lösung ist. Bei der Mathe müssen sie auch immer die Regeln oder Formeln angeben, die sie zum Auflösen von Gleichungen oder zum Berechnen von Dreieckswinkeln benützen. Das kann für uns dann auch in eine Buchdurchsuchungsaktion ausarten. Aber alles in allem ist auch diese Phase eine interessante Erfahrung, da wir das Schulsystem hier in Nepal wieder ein Stück besser kennenlernen. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass die Kinder die meisten Dinge können und sich entsprechend seriös für die Prüfungen vorbereiten, was sicher auch ein Verdienst des Heimleiters ist, der stark darauf erpicht ist, dass die Kinder ihre Sachen erledigen.
Ah ja, wir haben eine neue Diddi erhalten, das ist die Köchin des Kinderheims. Sie heisst Rhea und kocht spitzenmässig!

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