Holi und die Wasserknappheit

Gestern abend waren die Kinder schon ganz gizlig. Nur noch einmal schlafen, dann ist Holi, das Wasser- und Farbenfestival. Heute war es dann soweit. Schon beim morgendlichen Spaziergang zu unserem Kinderheim wurden wir von Jugendlichen mit einem farbigen Strich beschmückt. Nach dem Morgenessen gingen wir zur grossen Wiese vor dem Kiki’s Kinderheim, kauften uns einige Schachteln Farbpulver und jeder gegen jeden bewarf, bestrich und bestäubte den anderen mit dem Farbpulver. Die ersten Wasserballons wurden gefüllt und gegenseitig bombardierten sich die Kinder (und natürlich auch uns) mit Wasser. Dass ich meine Teeflasche House of Light Kinderheim vergessen hatte, büsste ich mit zwei grossen Eimern Wasser, einem auf dem Hin- und einen auf dem Rückweg.
Nach soviel Farben und Wasser war’s dann Zeit, dass ich das ganze Zeugs wieder abduschte. Doch da machte mir die Nepalesische Wasserknappheit einen deftigen Strich durch die Rechnung. Nachdem ich die Farben abgespült, die Haare gewaschen und mich zünftig eingeseift hatte, stellte plötzlich das Wasser ab und ich stand ziemlich dumm da in der Dusche mit dem Duschgel über den ganzen Körper, aber keinem Wasser mehr, um das Zeugs abzuwaschen. Nachdem ich dem Hahn doch noch ein paar Tropfen für die nötigsten Stellen abgezwunden hatte, trocknete ich den Rest dann halt notgedrungen mit dem Handtuch ab. Mittlerweile ist mir auch klar geworden, wieso das Wasser plötzlich fertig ist. Jedes Haus hat seinen eigenen Wassertank auf dem Dach. Die Pumpe dafür funktioniert natürlich nur, wenn Strom da ist und so kann es halt leicht passieren, dass auf einmal kein Wasser mehr im Tank ist und man im Trockenen steht.


Abends gab es dann noch Dal Baaht mit Poulet. Wie in den meisten asiatischen Ländern üblich, ist das Fleisch nicht von den Knochen getrennt, aber trotzdem zu kleinen Würfelchen zerkleinert. Das ist dann zum Essen ziemlich mühsam, da man sehr gut aufpassen muss, um nicht ein Knochensplitter versehentlich herunterzuschlucken. Das Essen mit dem Löffel wurde uns dann ziemlich schnell zu kompliziert und so verspiesen wir das Dal Baaht halt auf nepalesische Weise mit der baren rechten Hand. Das ging gar nicht so schlecht: man schobbt sich das mit dem Dal (Linsensosse) vermengte Reis mit dem Daumen in den Mund. Das funktioniert etwa so wie der Glacekugellöffel. Natürlich waren wir mit dieser für uns neuen Technik nicht ganz so schnell wie die Kinder, aber der Teller wurde trotzem leer.

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