Am Samstag ist der Feiertag in Nepal, entsprechend hatten die Kinder heute keine Schule. Mit einem vollgepackten Bus, der an fast jeder Strassenecke noch vollgepackter wurde (man kann sich ein BVB Bus bei Stossverkehr, vorstellen: jeder Sitzplatz war doppelt belegt und alles was als Stehplatz zur Verfügung war auch), fuhren wir Richtung Banepa.
Irgendwo in der Nähe von Bhaisepati verliessen wir denn den Bus und wanderten etwa eine Stunde über einen mit Föhren und Rhododendren bewachsenen Wald zu einem schön am Zusammenfluss von zwei Bächlein gelegenen Tempel. Die Aussicht auf die Himalayagebirge war super, aber auch sonst gefiel mir die Wanderung gut.
Beim Tempel angelangt gab es Gutzi und sehr süssen Schwarztee mit Milch. Ich verliess mich dann auf den selbst gebrauten Schwarztee ohne Zucker, den ich in der Feldflasche mitgenommen hatte. Mit so vielen Kindern (beide Kinderheime und noch Freunde und Verwandte waren dabei) war natürlich immer etwas los, so erkundeten wir die Umgebung, machten einen Witzerzählwettbewerb (wobei nepalische Witze ohne entsprechende Sprachkenntnis für mich etwas schwer verständlich waren), tanzten und sangen. Gleichzeitig bereiteten die Frauen ein Festessen vor, das wir dann gemeinsam verspiesen. Dabei verzichtete ich zum erstenmal auf den Löffel und ass – wie die Nepalesen – direkt mit der Hand. Es gab neben einer Mischung von Haferflocken mit Yoghurt, diverse vegetarische Currys, die typischen fritierten Reismehlringe und -Fladenbrote, sowie als Dessert eine Art Milchreis. Das Ganze hat mir jedenfalls sehr geschmeckt und der Tag war ein tolles Erlebnis, nicht zuletzt, da wir auch bei einer kleinen hinduistischen Feier am Tempel zuschauen konnten und mit den traditionellen Farbtupfer, Bändeli und Süssigkeiten ausgestattet wurden.
Müde aber glücklich, quetschten wir uns wieder in den Bus (ich teilte die Sitzreihe mit 3 Kindern) und fuhren wieder zurück nach Lubhu.


